QUA "329"

     QUA „329“


Nr.  5 (Juni 2012)

Informationen für Mitglieder und Freunde    

                   der ÖVSV-Ortsstelle 329 

 8. März 2012: Exkursion zur Firma AKG - mit Teilnahme benachbarter Ortsgruppen

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                           Medieninhaber, Herausgeber, Verleger und für den Inhalt verantwortlich:

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                           Zweck: Unentgeltliche Informationen für Funkamateure des ADL 329

                           Eigene Vervielfältigung.

         -1-                                                       

 

 Inhalt: *  Wort des Herausgebers:  ……...............................................................      1

·      Die nächsten Aktivitäten       ……………………………………………....2

·      Basteln: “Kunststoffe in Amateurfunkanwendungen“…...…………… 2

·      Fieldday-Antennen : 27m Draht, analysiert …………………………3, 4

·      Aus HPUs Schaltungsmappe............................................................ 5, 6

 

 

WORT DES HERAUSGEBERS :

 

Liebe Funkfreunde !

Der Frühsommer ist da und nach einer langen Trockenperiode, die Gärtner und Landwirte an den Rand der Verzweiflung gebracht hat, wird nun unsere HF Erde durch Regenfälle wieder etwas niederohmiger. Auch kommt die Gewittersaison und die Unwetter häufen sich. Ich möchte hier gleich dazu ermahnen, HF- UND Netzkabel IMMER rechtzeitig vom Transceiver abzuziehen. Eine Ableitungspatrone im SO239 Stecker ist zwar nett und für die Ableitung kleinerer Aufladungen für 1..2 Jahre auch geeignet, bei größeren Einschlägen in der Nähe und bei aus der Netzleitung kommenden Überspannungen kann es einem trotzdem den Transceiver „zerschießen“.Wenn man aus dem Gehäuse des Anpassgerätes oder des Transceivers ein tickendes oder knatschendes Geräusch hört, gibt’s Entladungen und es ist meist schon zu spät. Die Eingangsstufen haben sich verabschiedet.

Für unsere Aktivitäten im Freien (Zweiradausflug, Fieldday/ Münichsthal, Fit durch Funk-Wanderung) hoffen wir, dass sich trockenes und mäßig warmes Wetter einstellt.  Alle sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen und es sei erwähnt, dass man die mit Motorrad- oder Roller Anreisenden natürlich auch mit dem Auto „verfolgen“ und dann am gemütlichen Treff und beim Funken teilnehmen kann.

Neue Mitglieder: OE3HMT, Helga und ihr OM OE3EWI, Klaus, beide ex OE7 sowie OE3KKC, OM Karl haben beim Landesleiter Mitgliedschaft im ADL 329 beantragt (und haben/werden diese auch bekommen). Die QSL Vermittlung läuft bereits über unseren ADL. Somit ist der Mitgliederzuwachs als durchaus erfreulich zu bezeichnen.

Schulaktivität:

Am 8. Mai fand eine sehr gut gelungene Schulinformationsveranstaltung über  Amateurfunk in der PTS Korneuburg statt (OE3RPW- ADL313 und OE3HPU waren die Vortragenden und die Schüler berechneten und bauten eine Antenne  für 40m). Dazu zwei Bilder.

Schul-1
Schul-2



 2.

DIE NÄCHSTEN AKTIVITÄTEN:

 

23.Juni 2012: Zweirad und Funk. 9:00 h Parkplatz Obersdorf /S Bahn.

20.Juli: Klubabend – Motto:  „Bring deinen Schrott-vielleicht braucht ihn wer“

11 und12. August: Fieldday mit den 325ern / Münichsthal

17.August: Klubabend


KUNSTSTOFFE IN AMATEURFUNKANWENDUNGEN

 Teil 4; Fortsetzung aus der letzten QUA:

Polyamid (PA):

Eigenschaften: Polyamid ist ein zäher, zug und schlagfester und gut spritzbarer Kunststoff. Er besitzt gute Gleiteigenschaften (Schrauben, Lager) und ist physiologisch unbedenklich. Gut zerspanbar. Weiters kann man PA durch Glasfasern mechanisch verbessern (Achtung auf wassergehalt bei der Verarbeitung).  Es gibt PA 6 (Polycaprolactam) und PA6,6 (und 6.10), PA11,12, die sich in ihrer Strukturformel  (Anzahl der Methylengruppen -CH2) und sucvh in ihren Beständigkeitswerten unterscheiden. Allgemein ist die Beständigkeit und die Aufrechterhaltung der mechanischen Daten bei Bewitterung umso besser, je mehr Methylengruppen sich in der Molekularstruktur befinden. PA ist ungefärbt milchig-weiß und undurchsichtig. Es verbrennt mit scharfer Geruchsentwicklung („verbranntes Haar“). Lackiert/bedruckt kann nur werden, wenn vorher eine kurzzeitige Vorbehandlung mit verdünnter Ameisensäure erfolgt.

Chemische Beständigkeit: Diese ist nicht toll. Insbesondere ist die Säurebeständigkeit schlecht und das auch gegenüber schwachen Säuren wie Zitronen- oder Phosphorsäure. Am stärksten wird PA von Ameisensäure, Salpetersäure, Salzsäure und Schwefelsäure  angegriffen. In heißer Salzsäure ist PA6 nach 12 Stunden hydrolytisch zu 97% zerstört. Laugen: Etwas bessere Beständigkeit. Aber: Chloride, Nitrate und Sulfate vieler Metalle und auch Speisesalzlösung diffundieren in den Kunststoff und lösen Spannungsrissbildung aus. Gegen aliphatische Kohlenwasserstoffe (Paraffin, aromatenfreie Benzine) und einige Acetate ist PA gut beständig, einige Varianten aber nicht  gegen Alkohole (=Spannungsrisse).

So habe ich im QRL einmal unseren Chefkonstrukteur damit verblüfft, dass ich ein Tonabnehmergehäuse aus Trogamid mit  eingepresstem Magnettopf mit 2 Tropfen Isopropylalkohol in 3 Minuten zu keinen Partikeln zerfallen ließ.

 Erweichungstemperatur, schleichend beginnend ab ca.70 Grad Celsius, Farbe und Form ändern sich mit steigender Temperatur unter Einwirkung des Luftsauerstoffs rapide. Polyamid nimmt bis zu 10% Wasser auf. Durch Wasseraufnahme bis 3% steigern sich mechanische Kennwerte und bei Austrocknung unter 0,5% Wasser kommt es zur gefürchteten „Trockensprödigkeit“und plötzlichen mechanischen Versagen von Bauteilen  Spezifisches Gewicht:1,15 g/ccm

Die Beständigkeit gegen ionisierende Strahlung (UV Licht usw.) ist schlecht. Unstabilisiert kann man PA nicht der Sonne aussetzen. PA Schnüre, die wohl mit einem UV Schutz ausgerüstet und gefärbt waren, hielten bei meinen Abspannschnüren gerade einmal 2 Jahre.

Dielektrische Eigenschaften:  PA ist ein schlechtes HF Material.; Epsilon von ca.4…5. Erwärmt sich bei HF Beaufschlagung, insbesondere auch durch die hohe Wasseraufnahme. Immerhin ist es ein brauchbarer Isolator (wenn halbwegs trocken).

Handelsnamen: Nylon, Ultramid, Trogamid, Vestamid, Durethan…

 

 Polyamid-Amateuranwendungen:.

Abspannschnüre für Portabelantennen (wenn nicht dauernd der UV Strahlung ausgesetzt). Im Innenraum verwendete Gehäuse, typisches Material für Kunststoffschrauben,

Zahnräder etc.. Hochfeste Kabelbinder für außen mit hohem Stabilisatoranteil und geschwärzt, weiß nur für innen. Beste Anwendung: Als Nylons an den Beinen der XYL oder Freundin.

-3-

GEEIGNETE FIELDDAY ANTENNEN

In dieser QUA: Die 27m inverted L -Langdrahtantenne –Aufbautipps

und EZNEC Analyse

 Oft hört man, dass vorübergehend aufgebaute Stationen mit Drähten von 25…30m Länge arbeiten und diese Antenne gegen Erde über ein Anpassgerät endspeisen. Stationen die solche Antennen betreiben sind durchaus nicht leise und heimsen aus Nah und Fern ganz gute Rapporte ein. Zum Aufbau braucht man ca. 27m CuL Draht mit 0,8mm Dm -oder etwas Besseres -es muss aber LEICHT sein- ,einen Fiberglasmast mit einer verwendbaren Höhe von ca. 8m  und einen weiteren Stützpunkt auch in etwa dieser Höhe. Am Ende wird der Draht mit einem Isolator aus einem etwas dickeren PA Kabelbinder-versehen und mit Schnur am Stützpunkt angebunden. An der Angelrute verwendet man auch einen Kabelbinder und zusätzlich Isolierband am Umlenkpunkt. Das untere Ende wird so kurz als möglich zum Antennentuner geführt und dessen Erdklemme mit einem Gegengewicht (vorhandene Draht- oder Metallstruktur, Geländer, Rohre etc. oder 4…8 mitgebrachte Drahtradials) verbunden. Speziell auf 80m ist man für einwandfreie Funktion auf ein Gegengewicht angewiesen. Hier die Analyse und anschließend ein Beispiel (Strahlungsdiagramm für 40m):

 

160m: Behelfslösung mit Verlusten da nur 6 Ohm  und kapazitiv. Runddiagramm Erhebung 75 Grad, der Vertikalteil kommt stärker zum Zug als auf 80m, weil der Horizontalteil sehr kurz in Bezug auf die Wellenlänge ist .Am besten einen Abwärts-UNUN mit 1:6 am Speisepunkt verwenden, dann anpassbar. (Na ja).

80m: die Antenne ist ein Steilstrahler mit dem Maximum bei  90Grad (nach oben), das Horizontaldiagramm ist rund . Gewinn 6dBi (zum Vergleich: ein Dipol hätte 7..8 dBi).

Speisepunkt ist stark induktiv (+j 1k) aber niederohmig: 108 Ohm. Normalerweise kein Problem für einen Matcher und kaum Verluste. 20m Gegengewicht vorsehen.

40m: siehe auch Plot unten. 107 Ohm, zu kurz f.1,5 Lambda daher mit  -j400 kapazitiv. Abpassung kein Problem. +4dBi, Maximum  bei 65 Grad Erhebung ,annähernd rund bis oval

30m:147 Ohm, kapazitiv –j 221, vertikales Maximum bei ca. 40 Grad Erhebung,5dBi Tendenz zum  „Kleeblatt“. Gut anpassbar

20m:131 Ohm,-j 300, 7dBi bei 35Grad Erhebung (noch 1,5dB bei 20Grad)  azimutal ein Kleeblatt mit leichten Nebenzipfel. Gut anpassbar.

17m: Diagramm ähnlich 20m, 214Ohm, leicht kapazitiv, 25 Grad Erhebungswinkel, gut anpassbar. Gewinn: ca. 8dBi

15m: Richtdiagramm Kleeblatt mit 4 Nebenzipfeln. 8dBi, guter Tuner nötig da ca. 750 Ohm und +j 400. Erhebungswinkel ca. 20 Grad.

12m: 433 Ohm und induktiv mit +j 540. Anpassbar. Gewinn 7,5dBi – 20 Grad Erhebung.

10m: Noch immer Kleeblatttendenz, 6 Nebenzipfel, Erhebung 18 Grad, brauchbar bis 7  Grad. Gain:8dbi, 349 Ohm mit einem induktiven Anteil von 346 Ohm, gut anzupassen. Leichte Richtwirkung vom Vertikalabschnitt weg. Das beginnt auch schon bei 20m.

6m: mehrfache unübersichtliche horizontale Aufzipfelung, aber in den Maxima 9dBi  Gewinn, 401 Ohm und induktiv mit ca.375Ohm,  daher noch gut anpassbar mit speziellem 6m Antennentuner.

Was sieht man daraus:  Das Ding ist praktisch überall mit  Matchbox verlustarm anzupassen,  und der Erhebungswinkel ist praxistauglich (~wie Dipol) ebenso der Gewinn. EineAntenne für (160) 80 bis 6m. Gutes Aufwand-Leistungsverhältnis ! Richtcharakteristik ist abhängig vom Erhebungswinkel (bei flachen Winkeln mehr Richtwirkung zum offenen Ende hin).

Längenhinweise:  27m sind ein Kompromiss. Eine Verlängerung auf ca. 31m ergäbe eine Verbesserung auf 12 , 15 (11 Lambda /4), 160 und 40m,aber eine Verschlechterung auf 10, 30 und 17m. 25,5m  hingegen gehen auch fast überall, sind aber optimal für 20 ,12 und 30m.

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Vertkalrichtdiagramm der 27m L-Antenne  für 40m.

 

 

Horizontaldiagramm der 27m  L-Antenne, 7,1 MHz

Anmerkung: Bedingt DX geeignet, weil Vertikalteil für die Flachstrahlung hilft. Auch unter 15…20 Grad Erhebungswinkel ist „noch was da“. (obiges Bild).

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 AUS HPUs SCHALTUNGSMAPPE

 

STÖRBEGRENZER/FILTER

Stör-1

 

Diese Schaltung –aus einer sehr  alten CQ DL- ist nicht uninteressant z.B. für einen Eigenbauempfänger oder als Zusatz für ein älteres Afu-Gerät vor der NF Stufe. Die RC Glieder am Ausgangsende der Schaltung sind für Sprache ausgelegt.

 

TONGENERATOR (CW ÜBUNGSGENERATOR)

Stör-2

 

Hier einmal ein MORSE-ÜBUNGSGENERATOR. So eine einfache Schaltung, noch dazu mit veränderbarer Tonhöhe und Lautstärke,wäre auch ein dankbares Schülerprojekt.

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AUS HPUs SCHALTUNGSMAPPE

 

VERPOLUNGSSCHUTZ –RICHTIG UND FALSCH !

Bei a) fällt an D1 unerwünscht knapp 1Volt ab. Mit Schottky-Dioden lässt sich das auf knapp 0,5V reduzieren. Sicher genug, aber nur in Ordnung wenn man mit dem Spannungsabfall leben kann. Bei 20A Funkgeräten, u.U. noch mit MOS FET PA ist das manchmal schon zu viel.

b)ist eine richtige MURPHY-Schaltung. Man kann sicher sein es geht zuerst die Diode oder der PA Transistor und die Sicherung gar nicht. Abzulehnen!!

c) Das ist die beste Schaltung. Relais hat man ohnehin herumliegen, auch solche mit mehr Strombelastbarkeit. Das RC-Glied ist Luxus und fängt die Spulenspikes auf und schützt die Diode 1N4004.

So das wars für diesmal.

Viel Spaß -OE3HPU

ADL 329 (Copyright, OE3SJA 2011)