QUA „329“


Nr.  7 (FEBRUAR 2013)

                                            Nr. 6

    Informationen für Mitglieder und Freunde    

                   der ÖVSV-Ortsstelle 329

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 Inhalt: *   Wort des Herausgebers……………………..........................................     1

·      Die nächsten Aktivitäten und Termine….………………………..…..….1

·      Kunststoffe: PMMA, Plexiglas (von OE3JSU)………………….……… 2

·      Antennentipp: Windom-verbessert........................................................3,4

·      Audion Spezial:(aus HPUs Schaltungsmappe)................................ 5,6,7

·      Digitalbetriebsarten? Redakteure gesucht…………….……………..…7

 

Liebe Funkfreunde !

Hinter uns liegt das Jahr 2012, mit vielen erfreulichen Aktivitäten und einer sehr gut besuchten und gelungenen Weihnachtsfeier.

Leider gab es heuer Anlass zur Trauer.  So hat unser Mitglied, der ausgezeichnete DXer, OM Edea Margaritella OE1MEW im November sein Mikrofon für immer aus der Hand gelegt. Bezirksleiterkollege Raimund Prosch, OE3RPW - ADL313, verstarb gänzlich unerwartet im gleichen Monat.

 

Neuer BL in Korneuburg wurde OM Willi, OE3WXU.

Für die große Mehrheit der Stimmen bei unserer BL Wahl im Jänner 2013  möchte ich mich herzlich bedanken und ich hoffe, dass die von meinen Kollegen und mir angebotenen Aktivitäten auch heuer wieder großen Zuspruch finden werden.

 

Neue Mitglieder: OE3EPA ,OM Ernst, Kreuzstetten; OE3BKC OM Herbert, Strasshof  und OE3HAS OM Helmuth, Matzen wurden in den letzten Monaten des Jahres 2012  als Mitglieder des ADL 329 aufgenommen. Vielen Dank, dass ihr zu den 329ern gekommen seid.

 

Ehrungen: OE3SJA (silberne Ehrenmedaille): Ehrenurkunde für langjährige Mitgliedschaft: OE3ALW,OE3FES,OE3TWS.

 

Geplante Aktivitäten im Jahr 2013  (Änderung vorbehalten-Homepage beachten !)

 

Februar:  22. 2.: Klubabend. Im Extrazimmer:  Antennenseminar  1.Teil. ACHTUNG, das ist der 4. Fr. im Monat !!,

März: 15.3.:Klubabend und MINIFLOHMARKT: Antennenseminar 2.Teil (Räumlichkeiten  noch festzulegen).

 

April: 19. 4.: Klubabend : Antennenseminar Teil 3.

Mai:  17. 5.: Klubabend: Vortrag Betriebstechnik oder MIXW/JT 65.

Juni: 21.6.: Klubabend, Vorbesprechung Antennenworkshop.16.6.:COTA - Marchfeld-Schlösseraktivierung (OE3HOC,OE3GOD). Antennenworkshop für die Seminarteilnehmer bei OE3HOC. Geplant:  29. 6 : Termin  wetterabhängig .

 

Juli:    19. 7.: Klubabend , evtl..SOTA- Aktivität nach Absprache

Aug: 16. 8.: Klubabend. 11.8.: WFF Aktivität, verbunden mit „Zweirad und Funk“: (OE3GOD,OE3HPU).

 

Sept:   20. 9. : Klubabend.  8.9.: Fit durch Funk (Wechselgebiet) , Ersatztermin 15.9.

Okt:   18.10.: Klubabend.

Nov:   15.11.: Klubabend mit  MINIFLOHMARKT.

Dez:   13.12.: Weihnachtsklubabend. ACHTUNG. 2.Fr. im Monat !!


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KUNSTSTOFFE FÜR DEN FUNKAMATEUR:

( Autor dieses Artikels: OE3JSU OM Johannes ADL 313)

 

PMMA - Polymethylmethacrylat =Acrylglas =Plexiglas

                                     

Strukturformel                       Recyclingcode (o…other)

 

 Quelle: fensterbau.org

 

O. Röhm entwickelte ab 1901 das ab 1928 wirtschaftlich verwertbare PMMA. Heute sind auch modifizierte Typen bekannt. U.a. auch glasfaserverstärkte oder auch beschichtete kratzfeste Erzeugnisse. PMMA  kann man schweißen, kleben und spanend bearbeiten.

Allgemeine Eigenschaften: Der Kunststoff weist mittlere Festigkeit und hohe Steifheit auf und hat eine geringe Schlagzähigkeit (dennoch 6x höher als Silikatglas). Er hat eine hohe Härte und ist gut polierfähig. Hervorragende Lichtdurchlässigkeit, absolut farblos und brillant aber sehr gut einfärbbar (bis zur Lichtundurchlässigkeit).

Gute elektrische Isoliereigenschaften, hohe elektrostatische Aufladbarkeit, dadurch Neigung zur Staubanziehung.

Temperaturbeständigkeit: Einsatzgrenzen zwischen -40 und +75°C Dauertemperatur, kurzfristig bis 100°C. Zwischen 120°C und 180°C gummielastisch formbar, ab 180°C zähflüssig (=thermoplastisch formbar).

Chemische Beständigkeit: Säure- und alkalibeständig bis zu mittleren Konzentrationen; beständig gegen unpolare Lösungsmittel (Benzin, Öl) jedoch unbeständig gegen polare (Ester, Ketone, Alkohol, …). Daher: Plexiglasflächen nicht mit Alkohol oder Lösungsmitteln reinigen (Spannungsrisskorrosion)!

Sehr gut witterungs- und alterungsbeständig. Neigt zur Spannungsrissbildung.  Erkennungsmerkmale: Brennt nach dem Anzünden  knisternd, mit gelblicher Flamme, süßlichem Geruch, ohne zu tropfen und ohne Rückstände weiter. Beim Beklopfen mit dem Fingernagel klingt PMMA im Vergleich zu transparentem Polystyrol wegen geringerer Härte nicht blechern.

Handelsformen/Verwendung: Tafeln, Blöcke, Stäbe; Steg- und Wellplatten; Folien, Schutzverglasungen, Modellbau, Linsen und Uhrgläser; Verglasung in Flugzeug und Wohnwagen, Blinklichtabdeckungen, Schutzverglasung bei Bankschaltern/Turnhallen/Laboratorien. Leuchten und Leuchtdecken/-reklame, Lichtkuppeln, Duschkabinen; Brillengläser, Prothesen in der Zahnmedizin, Knochenzement.

Der Funkamateur kann PMMA gut für Isolatoren ( z.B.Distanzhalter für offene Zweidrahtleitungen, Endisolatoren etc.) und für Selbstbauskalen und Lichtleiter einsetzen. 


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Antennentipp: verbesserte WINDOM

(Erfolge mit einer schlecht geredeten Antenne).

Die Windom Antenne (benannt nach dem amerikanischen Funkamateur Loren Windom)  macht sich die Tatsache zu Nutze ,dass es bei Betrieb mit mehreren Amateurfunkfrequenzen auf einem Antennenleiter einen oder mehrere Punkte gibt wo die Speisepunktimpedanz für alle diese Frequenzen mittelohmig  und ziemlich gleich ist. Das kann man sich auch leicht selbst durch Aufmalen der Sinuswellen für die Betriebsfrequenzen entlang einer Geraden auf einem Stück Papier verständlich machen. Die Windom Antennen gehört zu den ECHTEN Allbandantennen, wo man nicht durch Einfügen von Sperrkreisen oder Spulen Mehrbandresonanz „erzwingen“ muss. Damit wird sie, richtig gespeist zu einem verlustarmen System mit guten Mehrbandeigenschaften. Die FD 4 (von Fritzel) mit ihren 41m Länge und einem 1:6 Balun  (300 : 50Ohm,Speisung RG** Koaxkabeln) ist ein kommerzielles Beispiel für solche Antennen.  Die Sache hat aber drei Haken:

1)    Die wellenlängenbezogene Aufbauhöhe beeinflusst den Strahlungswiderstand und die Fußpunktimpedanz. Eine 10m hohe Antenne ist z.B. für 80m nur Lambda /8 hoch, für 40m Lambda/4 und  für 10m 1 Lambda.

2)    Da der Speisepunkt für die zu verwendenden Frequenzen nicht immer rein reell ist entsteht am Speisepunkt eine, wenn auch meist vertretbar niedrige unerwünschte Reaktanz. Somit ist der Betrag des Stromes über die Bänder nicht 100%ig gleich, insbesondere wenn wir möglichst viele Bänder damit arbeiten wollen.

3)    Für 30m und 15m ist das System ziemlich ungünstig (hohe Impedanzen am Speisepunkt (oder nicht korrekte Resonanzlage).

Ad 1) und 2.): Analysiert man die Speisepunktimpedanz mit einem Simulationsprogramm, erkennt man, dass man auf 80 ca.50Ohm(!) u.zw. nur im CW Band erhält und auf den höheren Bändern zw. 100 Ohm und 240 Ohm (plus Blindanteile)in Bandmitte oder zu weit oben. Damit müsste man auf 80 1:1 Baluns, auf 40 2:1 und oben  4:1 einsetzen, was in luftiger Höhe eher Probleme bereiten dürfte. Die 6:1 sind in der Praxis eigentlich immer falsch und die guten Ergebnisse die manche mit der FD 4 haben, entstehen durch Aufbauhöhe, Verluste und bestimmte Speiseleitungslängen (so ca. 14m transformieren auf 80 hinauf).

Lösung des Problems: a) 2x300Ohm Bandkabel (das verlustarme mit den Schlitzen  parallel schalten und ins Shack führen. Dort passenden Balun dazwischen schalten (meist genügt schon einer mit 2:1 und 1kW  bei passenden Leitungslängen) und einen Tuner verwenden. b) Open Wire Feeder  (300…450 Ohm) und symmetrischen  Antennentuner - oder: Selbstbaubalun (Ringkern) 1:1 VOR einem unsymmetrischen ATU (also auf der Transceiverseite). Ein normaler Tuner hat eine Aufbauunsymmetrie, ja,natürlich, aber das spielt auf KW nur eine geringe Rolle. Beschränkt man sich auf (80),40,20,12 und 10m  kann man auch einen 4:1 Balun an der Antenne nehmen und mit verlustarmem Aircell7 Kabel speisen. Die Ergebnisse einer solcherart optimierten Antenne sind ermutigend. 10m Höhe ist  besonders gut für 20,17 und 10m DXer   So aufgebaut sind auch kaum Probleme mit TVI und HF im Shack zu erwarten. Zu Problem 3) gibt es keine einfache Lösung, Parallelschalten eines Dipols etc. ist SCHLECHT, weil es die Abstrahleigenschaften auf den anderen Bändern stört und am Speisepunkt unübersichtliche Impedanzverhältnisse bringt. Immerhin könnte man durch Verschieben des Speisepunktes-unter Verzicht auf andere Bänder wiederum- einen 30 oder 15m Betrieb ermöglichen.


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ALLBAND-WINDOM:  KOCHREZEPT für Selbstbau

 

System A  Bänder:  (80), 40, 20, 17, 12, 10m

Länge: L1  41,6m  Einspeisepunkt bei L2 = 13,84m von einem Ende. Speisekabel  ca. 200 Ohm  Aircell 7 - 50 Ohm Koax plus  Balun 4:1 Aufbauhöhe 10..12m, Cu Leiterdicke 1,5mm, unisolierter Draht. Je 2 Endisolatoren aus Kunststoff oder Porzellan. Antenne frei (nicht neben Metallobjekten) aufgehängt.

 

Ergibt: 3,5MHz: S=5,(51Ohm im Speisepunkt) Betrieb mit händischem Tuner möglich

             7,0MHz : 1,6 (125) gut

            14,2MHz:  1,2 (170) sehr gut

           18,0 MHz: 1,6 (212) gut ,etwas  induktiv

            24,9 MHz: 1,4 (168) sehr gut

            28,6 MHz: 1,5  (290) gut

Andere, bessere Speisevariante: 2x 300Ohm Ladderline geschlitzt in 5 cm Abstand mit Kunststoffabstandshaltern parallel geschaltet, (exakt gleiche Längen !!). Ergibt SWR  3,5 auf 80, sonst meist noch besser als oben. Speisung mit  ATU .Oft genügen auch die eingebauten Antennentuner der Transceiver.

 Weitere, einfachere und kaum schlechtere Speisevariante: 300 oder 450 Ohm Bandkabel oder Selbstbauleitung mit symmetrischem, händisch abzustimmendem Tuner . Das System wird bewusst mit etwas höherem SWR betrieben (-praktisch keine Einbuße). U.U. geht da noch was auf 15 und 6m.

 

System B  Bänder 80, 40, (30) , 20, 12, 10m

Länge L1 41,7m Einspeisepunkt bei L2=7,72m von einem Ende Speisemöglichkeiten wie oben. Aufbauhöhe 10m

Bei 200Ohm (4:1 Balun):  3,5MHz: SWR 2,28  (129 Ohm) etwas induktiv ,OK

7,1MHz: 1,9 (127)  OK

10,5MHz: 1,8 (138)  noch OK, Resonanz für 30m zu hoch

14,2 MHz: 1,3 (240) sehr gut

24,9 MHz: 1,3 (225) sehr gut

28,7MHz : 1,2 (160) sehr gut     

 

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 AUDION SPEZIAL (aus meiner Schaltungsmappe):

 

Ein oder Zweikreiser mit Rückkopplung waren früher häufig anzutreffen. Da im deutschsprachigem Raum sich solche Schaltungen länger hielten als anderswo (z.B. hatte in den USA der Super schon längst seinen Einzug gehalten), sprach man  in Zusammenhang mit Audions gerne von der „deutschen Krankheit“. In der Tat ist ein Audion für höherfrequente KW Bereiche frequenzmäßig zu unstabil und die Bedienung setzt einiges Geschick voraus. Dennoch, der Aufwand ist sehr gering und die Empfangsleistungen sind erstaunlich. Jedenfalls eignet sich so was als nette Wochenendbastelei,wenn schon nicht für ernsthafte DXer.

 Röhrenaudions haben meist bessere Eigenschaften, was die sanfte Regelung des Rückkopplungseinsatzes anbelangt , aber einige Schaltungen mit Transistoren kann man durchaus als gut verwendbar ansehen und auch auf 160…20m betreiben. Wichtig ist, die Antenne so locker wie möglich und nur so fest wie nötig anzukoppeln. Ein HF Poti (1kOhm) im Antenneneingang einer Audionschaltung kann Wunder wirken. Wer so etwas aufbauen will und weitere Tipps  (Spulen -Wickeldaten, Alternativtransistoren etc.) braucht, kann sich gerne an mich wenden.

Die hier veröffentlichen Schaltungen sind nicht von mir, aber von mir ausprobiert. Die Quelle ist angegeben.

 


 


Schaltung: Richter: Transistorbasteln . Die Spule eignet sich für MW und mit ca. 10Wdg. weniger für 160m. Transistoren: Germanium pnp- HF und NF Typen. Geht nicht so übel.

Ein Nachteil ist aber für KW die Frequenzverwerfung bei Bedienung von C1 (Rückkopplung). Die Antenne sollte zudem über eine zusätzliche Koppelspule angeschlossen sein. Überhaupt ist bei den Spulen Experimentieren angesagt.

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Fortsetzung: AUDION SPEZIAL 


Hajo Brandt DJ1ZB (Audion mit Kollektorgleichrichtung) - geht nicht schlecht.

Unbekannt: Version mit npn Si-Transistoren, Rückkopplungsregelung durch Änderung der Kollektorspannung. Die Antennenankopplung würde ich induktiv und mit Regelpotentiometer gestalten.

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Fortsetzung: AUDION SPEZIAL

  

 


 

Praktiker: Audion mit Vorstufe. T1,2 und 3 sind BF115 . Es geht aber auch mit anderen Transistoren Für den BF244 kann man u.U einen J305 oder 2N4416 nehmen. Sozusagen das schlechteste Bild für eine  der besten Schaltungen, aber bereits mit einigem Aufwand verbunden. Damit habe ich auf 15 m noch was gehört. Interessant wäre, einen Mischer mit Dual Gate MosFET von höheren Kurzwellenbändern herunter auf  etwa 2,5MHz zu bauen und dahinter das Audion zu setzen.

 

REDAKTEURE GESUCHT !!!!

 

Ankündigung: Auf eine Anregung von OE3SLA hin werden die nächsten QUA Ausgaben auch im Zeichen der Digitalbetriebsarten stehen. Wir beginnen mit PSK31, weiters werden PACTOR; QPSK; PSK63, 64, OLIVIA ,und JT65 erklärt.

Schließlich soll auch WINLINK nicht zu kurz kommen (Email via Amateurradio) Alles übersichtlich und nachvollziehbar. Dafür suche ich auch fachkundige Redakture die bereit sind ein paar Zeilen zu schreiben oder mit mir gemeinsam in ein „File zu pressen“.

 

So das war`s für diesmal.

Vy 73 ,

Euer OE3HPU

© J. S. 2013