QUA „329“

            Nr. 8

 

    Informationen für Mitglieder und Freunde    

                   der ÖVSV-Ortsstelle 329

                         

 Überreichung der Ehrenurkunde für langjährige Mitgliedschaft an OE3FES                   

  

                        Impressum:  Offenlegung gem. §25 Mediengesetz:

                           Medieninhaber, Herausgeber, Verleger und für den Inhalt verantwortlich:

                           Ing. Hans Pühringer  Kräftenweg  20, A 2125 Streifing.

                           Zweck: Unentgeltliche Informationen für Funkamateure des ADL 329

 

                           Eigene Vervielfältigung


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 Inhalt: *    Wort des Herausgebers   …………………...........................................    1

·      Die nächsten Aktivitäten und Termine….………………………..…...….2

·      Kunststoffe: POM, Polyoxymethylen (von OE3HPU)……………..…… 2

·      Zweirad und Funk 2013 (Bericht von OE3IPU).......................................3

·      Aus HPUs Antennen und Schaltungsmappen.................................... 4,5

 

Liebe Funkfreunde !

Die Hochwässer des vergangenen Monats haben die österreichischen Einsatzkräfte wieder einigermaßen gefordert. Natürlich war auch wieder das Thema Kommunikation in Katastrophensituationen gefragt (siehe auch letzte QSP, Bericht über unsere Klosterneuburger „Nachbarn“). Auch habe ich unlängst am Notfunkfieldday auf der Scheimhütte teilgenommen und konnte mit OE1MMC und OE3KYS so einige Themen dazu persönlich besprechen.

Welche Fragen bleiben trotzdem über und sind zu diesem Thema zu stellen:

1.) Wo werden wir wirklich sinnvoll gebraucht und wer gibt uns dazu den „Einsatzbefehl“. Ich habe nämlich schon den Eindruck, dass die Kommunikation der Blaulichtorganisationen und der LWZ in den meisten Fällen hervorragend organisiert ist und wir dabei oft nur als „ unerwünschte Wichtigmacher“ auffallen würden.

 2.) Etwas anders ist das schon beim Thema Informationsübermittlung bei Störung gewisser Einrichtungen  (z.B. bei Ausfall von automatischen Wasserstandsmeldern), bei der Zusammenführung freiwilliger Helfer und als Sicherheitsposten bei der Beobachtung von Dämmen und bei Veranstaltungen. Hier ist eher die Frage zu klären wer übermittelt was wohin. Diese beantwortet sich auch nur durch eine entsprechende klare Anforderung der Einsatzleitung. Jeder Einsatz bedarf eines klaren Auftrages, sonst funktioniert es nicht. Die Einsatzkräfte wissen aber in der Regel noch immer nicht genug über unsere Organisation und unsere beachtlichen Möglichkeiten und wir (ich meine hier die einzelnen Amateure) nichts über deren Meldestruktur.

3.) Wer ist notfunktauglich? Im Grunde jeder Funkamateur. Insbesondere die, die über Pactor Betrieb machen können und somit von außen schwer mitlesbare schriftliche Mitteilungen absetzen können. Aber das ist m. A. oft gar nicht nötig und für viele zu kompliziert. In den meisten Fällen genügt ein netzunabhängiges Phonie-Amateurfunkgerät mit ausreichend Batteriereserve.

4.) Wann sollen wir eingreifen? Ich denke, Wichtigtuerei hat gar keinen Platz in Katastrophensituationen und wir müssen warten bis uns ein Befugter bzw. Kompetenter zur Hilfeleistung auffordert oder bis wir selbst in unmittelbarer Nachbarschaft eine ausweglose  Not- bzw. Kommunikationssituation wahrnehmen, wo wir -als letzte Möglichkeit- unsere Dienste anbieten können bzw. müssen.

5.) Jeder überprüfe einmal seine Station ob sie a.) transportabel ist und b.) lange genug (24..48 Std.) netzunabhängig funktioniert und  c.) jeder probiere einmal aus, wen er in der Nahumgebung  (Nachbargemeinden, angrenzende Bezirke und Länder) gut erreichen bzw. nicht erreichen kann- (2m, 70cm, 6m Runden benützen !)

6.) Weitgehend ungeklärt ist die Frage mit welchem Berechtigungsausweis wir uns einem Katastrophengebiet nähern bzw. dort unterwegs sein  dürfen (auch Fragen und Verhaltensregeln bezüglich straffrei KFZ abstellen etc.).

7.) Information: Die Gemeinde- und Bezirksbehörden und die Blaulichtorganisationen sollten von den regionalen ÖVSV Gruppen in knapper Form von unseren Möglichkeiten und den Standorten informiert werden - im Einvernehmen mit den Notfunkreferenten. Nicht mehr und nicht weniger.

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NEUIGKEITEN UND TERMINE:

 

Nächster Klubabende: 19.7; 16.8.

Nächste Aktivitäten: 17. , 18.8. ADL 325 Fieldday in Matzen. ADL 329 beteiligt sich.

 ACHTUNG: Die WFF Aktivität mit Zweirad und Funk (s. Ausgabe 7 der QUA) findet nicht statt. Zweirad und Funk wurde mit COTA verbunden (s. Bericht in dieser Ausgabe) !!

31.8. Antennenpraktikum bei OE3HOC mit Grill (Abschluss des Antennenseminars).

8.9.: Fit durch Funk (Wechselgebiet) mit SOTA

NEUE MITGLIEDER: Der ADL 329 im LV3 des ÖVSV, begrüßt OE3GIB OM Mario als neues Mitglied.

 

KUNSTSTOFFE FÜR DEN FUNKAMATEUR:

( Autor dieses Artikels: OE3HPU)

 

POM - Polyoxymethylen (Acetal) (Handelsnamen: u.a. Delrin, Ultraform, Hostaform, Duracon)

 

            …-O-CH2-O-CH2-O-CH2-… =Kettenmolekül     Recyclingcode: o (other)       

 

 

1952 wurde dieser Kunststoff erstmals von der Fa. Du Pont hergestellt und 1956 zum Patent angemeldet.

Allgemeine Eigenschaften: Der Kunststoff weist hohe Festigkeit, gute Formstabilität und sehr brauchbare Dielektrizitätseigenschaften auf. Die Verschleißfestigkeit bei mechanisch häufig betätigten Verbindungen (Reissverschluss) ist sehr gut. POM ist ein guter Isolator. Die Wasseraufnahme beträgt bei Normalklima ca.0,2..0,4%

Temperaturbeständigkeit: Einsatzgrenzen zwischen -40 und +110°C   Schmelzpunkt (vom Hersteller und von Zusätzen  abhängig) zwischen 163 und 178 Grad.

Bearbeitung: Thermoplastisch formbar und gut spritzbar (bei ca.200 Grad). Gute Spanbarkeit, schlechte Klebbarkeit (nur mit Vorbehandlung -Beflämmen ,Beizen mit Phosphorsäure mit nachträglichem Spülen klebbar).

Chemische Beständigkeit: Alkalibeständig bis zu mittleren Konzentrationen, jedoch nicht säurebeständig (Hydrolysierung); beständig gegen unpolare Lösungsmittel (Benzin, Öl) jedoch nicht beständig bei Methylenchlorid Aceton,Trichloräthylen, Tetrahydrofuran oder Phenol. Die Verwendung für Geräten die mit Lebensmitteln in Verbindung kommen könnten ist genau geregelt (Gefahr des Herauslösens von Formaldehyd). Nicht lebensmittelecht da nicht beständig gegenüber schwachen Säuren-Zitronensäure, Milchsäure … Witterungs- und UV Beständigkeit: gut.  Erkennungsmerkmale: Brennt nach dem Anzünden  mit bläulicher Flamme und ist nicht selbstverlöschend (brennt ab 323 Grad) und entwickelt einen stechenden Geruch t (Formaldehyd). Dichte 1,41g/cm3.

Handelsformen/Verwendung: Tafeln, Blöcke, Stäbe; Granulat.

Häufige Verwendung: Modellbau-Spritzteile, mechanische Teile im KFZ, Zahnräder, Rollen und Wellen, Steckverbinder und Spulen in Telekommunikationsgeräten..

Der Funkamateur kann POM gut für Isolatoren ( z.B. Fußpunktisolatoren von GPs Distanzhalter für offene Zweidrahtleitungen, Endisolatoren, Umlenkrollen  etc.) und für Spulenkörper verwenden  

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Internationaler Motorradausflug des ADL329

„Zweirad und Funk 2013“- Rückschau

(Autor: OE3IPU)

 

Am 16.6.2013 trafen sich die Teilnehmer OE3KAB(geländetauglich), OE3PGU, sein Kollege auf einer blitzschnellen Suzuki,  OE1SRC Hans, stammend aus DL (ohne Sprit), OE3JSU, OE3IPU (auf den Schweren) und OE3HPU (mit seinem immer im roten Drehzahlbereich laufenden 125er Roller) zu unserem diesjährigen Motorradausflug vor unserem Vereinslokal „Tiroler Stuben“ in Aderklaa. Vorerst ging die Fahrt im Konvoi über Markgrafneusiedl und Schönfeld -mit Antennenbesichtigung bei OE3DSA -nach Marchegg. Nach einer gemütlichen Kaffeepause bei einem mindestens ebenso gemütlichen Cafetier mit Kaffeehäferlhemmung, setzten wir unsere Fahrt nach Stopfenreuth fort. Die Mittagspause wurde zusätzlich zur Aktivierung von Hundsheimer Berg und Braunsberg durch OE3CHC Chris genutzt. Das Handfunkgerät ging in der Runde und schon waren 6 QSOs im Log und die SOTA-Gipfel aktiviert.

Den Nachmittag verbrachtenwir im Schloßpark von Eckartsau WCA OE-00271, COTA OE30271 mit 5 Funkstationen auf KW und einer auf UKW mit HB9CV ( auf 2 m gearbeitet: OE1WED auf SOTA-Gipfel Sonnwendstein OE/NO-027). Besucht haben uns in Eckartsau Christian, OE3KPC, der sich mit seiner eigenen Funkstation und einer HPU-Drahtantenne am Fieldday aktiv beteiligte, OE3DAS David mit Sohn Andreas, OE3CHC Chris (mit Vorführung seiner selbstgebastelten SOTA-Ausrüstung), OE1SSW Hans auf Tandem mit YL Hilde, OE3GOD Gerald mit XYL und Mineralwasser und - wegen Kuchen und Kaffeeanlieferung per Rad besonders hervorzuheben - Hans OE3HOC. Um ca.17 Uhr begann die Heimfahrt, wobei  einige OMs den Tag noch in den Tirolerstuben schmausend beendeten.

 

Was mir diesmal aufgefallen ist: 1.) Das Wetter war nach anfänglichem Tröpfeln wieder prächtig (standardisierte Wetterbedingung für Motorradausflüge, organisiert von OE3HPU).  2.) Gelsen lassen sich entgegen anderer Meldungen von Hochfrequenzschwingungen NICHT vertreiben und 3.) Funkamateure sind beim Aufstellen von Antennenmasten im Schloßpark genauso flink wie beim Aufstellen eines 320 kg schweren Motorrades.

OE3IPU, Gottfried

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AUS HPU`s ANTENNENMAPPE:

 

RECHTECKSCHLEIFEN  -  lohnende Alternativen:

 

 

 

Die links abgebildete Antennenform („Hentenna“) ist besonders für 70cm…6m gedacht, evtl. auch noch für 10m (wegen der beachtlichen Vertikalausdehnung) und ist horizontal polarisiert. Der Symmetrieübertrager kann im einfachsten Fall auch aus einigen Windungen Koaxkabel bestehen. Die Querleitung versieht man mit Klemmen und verschiebt  sie solange bis sich bestes SWR einstellt. Gewinn ca. 3dBd, Abstrahlung oval mit Maximum senkrecht zur Antennenebene .

 

Das rechte Bild zeigt eine Rechteckloop für 15m, die an der kurzen Seite mit Koax (über Balun 1:1 oder Drossel) gespeist wird. Die 50 Ohm sind bei einem Seitenverhältnis von 1:2 ziemlich genau gegeben. SWR-Optimierung durch Messen mit Antennenanalyser oder SWR-Brücke und entsprechendem Längenabgleich  (die Maßangaben sind halbwegs korrekte Richtwerte), wobei das Seitenverhältnis gleich bleiben sollte. Wie gezeichnet ergibt sich Horizontalpolarisation mit einem Gewinn von ca.1dBd. Andersherum aufgehängt  spart man Höhe, kann aber den Erd-reflexionsgewinn nicht optimal nutzen (bodenabhängig). Umrechnen auf andere Bänder ist leicht möglich, der Gesamtumfang ist ca. 4% mehr als 1 Lambda. Empfohlene Aufbauhöhe: ½ bis 5/8 Lambda bis zur unteren Ebene.  Der (kleine) Vorteil gegenüber einem Quad-Element oder einer Delta-Loop ist eine exakte Anpassung ohne 75 Ohm-Viertelwellentransformator bei fast gleichem Gewinn.

 

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 EMPFINDLICHER DIRECT-CONVERSION-EMPFÄNGER für 80/40 (aus meiner Schaltungsmappe)- Idee erstmals veröffentlicht in „SPRAT“ -von VK3YE:

 

 Direktumsetzer sind schon lange bekannt. Ihr Nachteil ist neben dem Auftreten des zweiten Seitenbandes (3dB mehr Störsignalempfang) auch AM Durchbruch und Frequenzunstabilität, wenn freischwingende Oszillatoren verwendet werden. Zumindest den letzteren Fehler vermeidet die vorgestellte Schaltung. Als HPUs Ergänzung wäre die gestrichelte zusätzliche Rückkopplung zu beachten. Die Windungszahl der Spulen richtet sich nach dem Frequenzbereich. Für 40m wäre das ca. 12..15 Windungen 0,8 bis  1mm Kupferlackdraht auf einem 2cm Spulenkörper. Bei diesem Konzept darf allerdings der „infinite impedance detector“ (sprich Audion) NICHT schwingen, sondern man stellt den Drehko so ein, dass zwar eine deutliche Empfindlichkeitssteigerung entsteht aber noch keine Oszillation. Empfindlichkeiten von besser 1 Mikrovolt sind zu erreichen. Mit entsprechenden Quarz VXOs (in der Schaltung wird ein 3,579MHz Keramikschwinger - für  den Empfang des 80 und 40m Bandes - verwendet), kann man auch auf 30 oder 20 m und eventuell sogar auf 17m damit arbeiten. Der VXO ist dazu mit guten Grundwellenquarzen und einem Zieh-Drehkondensator in einem bevorzugten Bandabschnitt zu betreiben . Diese kleine Empfängerschaltung wäre auch eine wirksame Ergänzung zu einem selbstgebauten, quarzgesteuerten Kleinsender. Durch die sehr kleinen Stromaufnahmen eignet sich so etwas auch für SOTA Expeditionen besonders gut.

 

 

So, für diesmal sei es genug-

 

72,73,44 oder was ihr sonst noch wollt - euer Hans , OE3HPU

© J. S. 2013